Von der Weinstraße aus erreicht man alles, was die Pfalz ausmacht: die Weinberge am Haardtrand, den Pfälzerwald dahinter, Burgen auf roten Felsen und die Städte in der Rheinebene.
Wann die Mandeln blühen, wann gefeiert und wann gelesen wird: der Fahrplan durchs Pfälzer Jahr.
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OktO
NovN
DezD
Mandelblüte und Gimmeldinger Mandelblütenfest
Wandersaison im Pfälzerwald, Hütten öffnen
Weinfeste in vielen Weinorten
Dürkheimer Wurstmarkt
Weinlese und Federweißer
Deutsches Weinlesefest Neustadt
Keschde-Zeit am Haardtrand
Weihnachtsmärkte, stille Hüttenwege
März und April
Erste Mandelblüten oft schon Anfang März, die Hauptblüte meist etwa vom 20. März bis 10. April. Das Mandelblütenfest in Gimmeldingen ist das erste Weinfest des Jahres.
September
Der Dürkheimer Wurstmarkt läuft neun Tage über das zweite und dritte Septemberwochenende. Mit der Weinlese kommt der Federweißer.
Oktober
Deutsches Weinlesefest in Neustadt am ersten und zweiten Oktoberwochenende, bunte Weinberge und Keschde in den Wäldern am Haardtrand.
Die Pfalz ist eine Region im Süden von Rheinland-Pfalz zwischen Rhein, Saarland und Elsass, mit rund 1,4 Millionen Einwohnern. Sie ist das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands, bekannt für die Deutsche Weinstraße, den Pfälzerwald mit rund 100 Hütten, Burgen auf rotem Sandstein, Weinfeste von März bis Oktober und eine deftige Küche.
Was macht die Pfalz aus?
Die Pfalz verbindet auf engem Raum Weinland, Wald und Geschichte. Am Ostrand des Pfälzerwalds zieht sich ein schmaler Streifen Weinberge von Norden nach Süden, darüber beginnt eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, und auf seinen Felsen stehen Burgen aus Salier- und Stauferzeit.
Prägend ist zuerst der Wein. Auf 23.640 Hektar wuchsen 2025 Reben (Statistisches Landesamt), mehr als in jedem anderen deutschen Anbaugebiet außer Rheinhessen. Etwa jeder vierte Rebstock ist ein Riesling, und bei den Rotweinen hat die Pfalz die größte Fläche aller deutschen Gebiete. Das Klima am Haardtrand ist so mild, dass neben den Reben auch Mandeln, Feigen und Esskastanien gedeihen; Neustadt an der Weinstraße misst im langjährigen Mittel 11,3 °C und gehört damit zu den wärmsten Orten des Landes. Rückgrat des Weinlands ist die Deutsche Weinstraße, eine rund 85 Kilometer lange Ferienroute von Bockenheim bis Schweigen, die 1935 in der NS-Zeit als Propagandaprojekt zur Absatzförderung eingerichtet wurde.
Ebenso wichtig ist der Wald. Der Pfälzerwald umfasst je nach Abgrenzung rund 1.590 bis 1.770 Quadratkilometer, ist seit 1992 UNESCO-Biosphärenreservat und bildet seit 1998 mit den französischen Nordvogesen ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet. Der Pfälzerwald-Verein betreut rund 12.000 Kilometer markierte Wege, und rund 100 Hütten in Pfalz und Saarpfalz bieten am Wochenende einfache Küche, meist ehrenamtlich bewirtschaftet.
Dazu kommt eine Lebensart, die Gäste schnell bemerken. Wein trinkt man aus dem Dubbeglas, einem Halbliterglas mit Tupfen, oft als Schorle mit Wasser gemischt. Gefeiert wird von der Mandelblüte im März bis zur Lese im Oktober auf mehr als 200 Weinfesten, auf Kerwen (Kirchweihfesten) und in Straußwirtschaften, den saisonalen Ausschänken der Winzer. Gegessen wird deftig: Saumagen, Leberknödel, Dampfnudeln und im Herbst Keschde, Esskastanien.
Wo liegt die Pfalz, und was gehört dazu?
Die Pfalz ist der südliche Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, das Gebiet des früheren Regierungsbezirks Pfalz. Sie umfasst rund 5.450 Quadratkilometer mit acht kreisfreien Städten und acht Landkreisen und grenzt im Osten an den Rhein, im Süden an Frankreich, im Westen an das Saarland und im Norden an Rheinhessen.
Gebiet
Zur Pfalz gehören
Kreisfreie Städte
Frankenthal, Kaiserslautern, Landau, Ludwigshafen, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Speyer, Zweibrücken
Landkreise
Bad Dürkheim, Donnersbergkreis, Germersheim, Kaiserslautern, Kusel, Rhein-Pfalz-Kreis, Südliche Weinstraße, Südwestpfalz
Nicht zur Pfalz
Mainz, Worms, Koblenz, Trier und Cochem, obwohl sie im selben Bundesland liegen
Die Region gliedert sich in fünf Landschaften. In der Rheinebene im Osten liegen die großen Städte Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal sowie Gemüsefelder und Altrheinarme. Am Haardtrand verläuft die Weinstraße mit Orten wie Bad Dürkheim, Deidesheim, Neustadt und Edenkoben. Westlich davon steigt der Pfälzerwald an, dessen Süden, der Wasgau um Dahn, für seine Felsen bekannt ist. Die Westpfalz um Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken und das Nordpfälzer Bergland mit dem Donnersberg, mit 687 m der höchste Berg der Pfalz, sind ruhiger und weniger bereist. Einen Überblick über alle Orte gibt der Bereich Städte und Orte in der Pfalz, die Lage aller Ziele zeigt die Karte.
Häufig verwechselt wird die Pfalz mit dem Bundesland. Ihr heutiger Zuschnitt geht auf das Jahr 1816 zurück, als das linksrheinische Gebiet an Bayern kam; seit 1946 gehört sie zu Rheinland-Pfalz. Warum die Grenzen so verlaufen und was die Kurpfalz damit zu tun hat, erklärt die Seite Pfalz oder Rheinland-Pfalz.
Was kann man in der Pfalz erleben?
Die meisten Gäste kommen wegen Wein, Wandern und Burgen, und alle drei lassen sich an einem Tag verbinden: morgens auf einen Burgberg, mittags in eine Hütte, abends zur Weinprobe in ein Weindorf. Die folgende Übersicht zeigt, wo man in jedem Bereich am besten anfängt.
Bereich
Was man erlebt
Guter Einstieg
Wein
Weinproben, Straußwirtschaften, Weinlagen, Lese im Herbst
Deidesheim, Forst, St. Martin
Wandern
Fernwanderwege, Rundtouren, Einkehr in Hütten
Wanderweg Deutsche Weinstraße, Pfälzer Weinsteig
Burgen und Felsen
Reichsburg, Felsenburgen, Burgruinen im Wald
Trifels bei Annweiler, Dahner Burgen
Städte
Dom und Museen, Altstädte
Speyer, Neustadt, Landau
Feste und Küche
Weinfeste, Kerwen, Wurstmarkt, Pfälzer Teller
Bad Dürkheim im September, Neustadt im Oktober
Rad
Weinstraßen-Radweg, flache Touren am Rhein
Radweg Deutsche Weinstraße
Für Weinfreunde ist die Pfalz ein Land der kurzen Wege: In fast jedem Ort an der Weinstraße liegen mehrere Weingüter, Vinotheken und Weinstuben, viele mit Verkauf ab Hof. Alles über Rebsorten, Lagen und Proben bündelt der Bereich Wein aus der Pfalz.
Wanderer finden drei Fernwege, den Pfälzer Weinsteig am Waldrand, den Pfälzer Waldpfad und den Pfälzer Höhenweg, dazu Themenwege wie den Pfälzer Mandelpfad und zahlreiche Rundtouren. Wegtypen, Wegzeichen und die Hüttenkultur erklärt die Seite Wandern in der Pfalz.
Burgen gibt es in kaum einer Region Deutschlands so viele. Nach Angaben der Pfalz.Touristik standen hier einst rund 500; bekannt sind vor allem die Reichsburg Trifels, auf der zeitweise die Reichskleinodien lagen und 1193 Richard Löwenherz gefangen war, das Hambacher Schloss als Ort des Hambacher Fests von 1832 und die Felsenburgen um Dahn. Den Überblick gibt die Seite Burgen in der Pfalz. Wichtigstes Bauwerk der Region ist der Dom zu Speyer, seit 1981 UNESCO-Welterbe.
Auch die Städte lohnen einen eigenen Tag. Speyer verbindet den Dom mit dem Judenhof, seit 2021 Teil der UNESCO-Welterbestätte SchUM, und dem Historischen Museum der Pfalz. Neustadt hat eine Altstadt mit Stiftskirche und das Hambacher Schloss vor der Tür, Landau eine Innenstadt mit Festungsresten und Zoo. Kaiserslautern im Westen ist Universitätsstadt und Ausgangspunkt für Touren in den nördlichen Pfälzerwald.
Gefeiert wird fast das ganze Jahr. Das Gimmeldinger Mandelblütenfest gilt als erstes Weinfest des Jahres, der Dürkheimer Wurstmarkt im September zieht rund 600.000 bis 700.000 Besucher an, und beim Deutschen Weinlesefest in Neustadt wird die Deutsche Weinkönigin gewählt. Alle Termine stehen im Weinfest-Kalender, Gerichte und Bräuche im Bereich Feste und Küche der Pfalz.
Wann ist die beste Zeit für eine Reise in die Pfalz?
Die beliebtesten Reisezeiten sind das Frühjahr von März bis Mai und der Herbst im September und Oktober. Im März blühen die Mandelbäume am Haardtrand, im Herbst wird gelesen, es gibt Federweißer und Keschde. Der Sommer bringt die meisten Weinfeste, ist zum Wandern in den offenen Weinbergen aber oft heiß.
Zeit
Was die Pfalz bietet
Andrang
Ende Februar bis Mitte April
Mandelblüte, Hauptblüte meist Mitte bis Ende März
an Wochenenden hoch
April bis Juni
Wandern, Obstblüte, erste Weinfeste, Spargel
mittel
Juli und August
Kerwen und Weinfeste, Baden in Weihern und Baggerseen
hoch in den Ferien
September und Oktober
Lese, Federweißer, Wurstmarkt, Weinlesefest
hoch
November
Keschdezeit, neue Weine, ruhige Weinproben
gering
Advent
Weihnachtsmärkte in Städten und Weindörfern
an Wochenenden mittel
Wer Ruhe sucht, kommt unter der Woche oder in den Randmonaten. Zur Mandelblüte und an großen Festwochenenden sind Unterkünfte an der Weinstraße früh belegt; dann lohnt es, im Pfälzerwald oder in der Rheinebene zu übernachten und mit der Bahn anzureisen. Wie man die passende Unterkunft findet, beschreibt der Bereich Übernachten in der Pfalz.
Wie kommt man in die Pfalz und ohne Auto voran?
Mit dem Auto erreicht man die Pfalz über die Autobahnen A6, A61, A63 und A65, mit der Bahn über die Fernverkehrsbahnhöfe Mannheim, Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße und Karlsruhe. Der nächste große Flughafen ist Frankfurt am Main, rund 115 Straßenkilometer von Neustadt entfernt.
Vor Ort kommt man ohne Auto weiter als in vielen anderen Ferienregionen. Neustadt ist der wichtigste Bahnknoten: Die S-Bahn Rhein-Neckar verbindet es mit Mannheim und Kaiserslautern, Regionalzüge fahren nach Norden über Deidesheim und Bad Dürkheim bis Grünstadt und nach Süden über Landau bis Wissembourg im Elsass. Bus und Bahn gehören fast überall zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Gäste vieler Unterkünfte erhalten die Pfalzcard, die als Fahrschein gilt und freien Eintritt zu rund 130 Ausflugszielen bietet. Fahrpläne, Gästekarte und Fahrradmitnahme erklärt die Reiseplanung für die Pfalz.
Für die erste Reise genügt ein langes Wochenende, um die Weinstraße und einen Burgberg kennenzulernen. Eine Woche reicht für Weinstraße, Pfälzerwald, Wasgau und Speyer. Wer die Westpfalz und den Donnersberg dazunimmt, plant zwei Wochen.
Häufige Fragen zur Pfalz
Ist die Pfalz ein eigenes Bundesland?
Nein. Die Pfalz ist eine Region im Süden von Rheinland-Pfalz, das Gebiet des früheren Regierungsbezirks Pfalz. Landeshauptstadt ist Mainz, das selbst nicht zur Pfalz gehört, sondern zu Rheinhessen.
Welche ist die größte Stadt der Pfalz?
Ludwigshafen am Rhein mit 177.222 Einwohnern (31.12.2024), gefolgt von Kaiserslautern mit rund 100.000 Einwohnern. Neustadt an der Weinstraße ist mit knapp 53.000 Einwohnern die größte Stadt an der Weinstraße.
Wo beginnt die Deutsche Weinstraße?
Je nach Richtung in Bockenheim im Norden oder in Schweigen im Süden. Beide Enden sind markiert, in Bockenheim durch das Haus der Deutschen Weinstraße, in Schweigen durch das Deutsche Weintor an der Grenze zum Elsass.
Was ist das bekannteste Gericht der Pfalz?
Der Saumagen, ein im Schweinemagen gegartes Gericht aus magerem Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln. Oft kommt er mit Leberknödel und Bratwurst als Pfälzer Teller auf den Tisch, mit Sauerkraut, Brot und einer Weinschorle.
Lohnt sich die Pfalz auch im Winter?
Ja, für ruhige Weinproben, Winterwanderungen zu geöffneten Hütten und im Advent für die Weihnachtsmärkte. Viele Feste, Burgen mit Kasse und manche Hütten haben dann aber Pause oder verkürzte Zeiten.